06.07.14

Ai Weiwei im Gropius-Bau: Evidence

Mit seiner politischen Kunst bringt Ai Weiwei die Herrschenden in China aus dem Konzept.
Deren hilflose Versuche, ihn zu entmutigen inszeniert er zu großen Medienereignissen.

Er gibt Hinweise auf die chinesische Geschichte und Kultur. Dreht Geschichte und Gegenwart, Ost und West im Kreis herum, mit Reminiszenzen an Marcel Duchamps, Meret Oppenheim oder Andy Warhol.
Aluminium-Räder bis in die Kuppel hoch, die 6000 Hocker im Lichthof, Flusskrabben aus Porzellan auf dem Parkett - viele der Kunstwerke wurden extra für den Gropius-Bau entworfen.
Tausende einfache Holz-Hocker der Landbevölkerung weisen auf die Landflucht in China hin, zurückgelassen und aufgesammelt vom Künstler.






Die meisten Kunstwerke erschliessen sich erst, wenn man die Erklärungen dazu an den Wänden liest. Hier wird auf seine Aktivitäten im Internet hingewiesen, die Unterstützung, die er weltweit dadurch erfährt. Immer wieder werden eigene Verfolgung, Inhaftierung, Konfiszierung seines Materials und Zerstörung seines Ateliers dokumentiert. Sein Anliegen ist die Beweisführung gegen den chinesischen Staat. Die Ausstellung trägt daher den Namen Evidence - Beweis.
Viele gute Ideen und interessante Ansätze - aber ein wenig weniger Selbstbespiegelung wäre hier mehr gewesen, finde ich.

Noch eine Woche im Berliner Martin-Gropius-Bau zu sehen.

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