23.02.14

kleine Geschichte des Hauses See-Eck am Lietzenseeufer


Das Haus am Lietzenseeufer 10 in Charlottenburg wurde 1908/09 gebaut und "Haus See-Eck" benannt.
Es hat eine spannende Geschichte hinter sich, wohnte doch nach der Erbauerfamilie des "geheimen Commerzienrats" Werner B. Eichmann ein jüdischer Rechtsanwalt in der Belle Etage, dann residierte hier Hermann Fegelein, SS-Offizier und Schwager von Eva Braun. Er hatte bis Ende 1941 als Führer einer Totenkopf-Standarte beim Ostfeldzug die Ermordung von ca. 40.000 Juden zu verantworten.
Kurz vor Kriegsende wurde er in seiner Wohnung in Zivil angetroffen, schwerst betrunken und mit einer großen Menge Bargeld in Tüten, verhaftet, im Schnellverfahren von Hitlers Militärgericht wegen Verrat verurteilt und erschossen.


(Hier das Haus links vom Funkturm im Bild)

In der Nachkriegszeit kam die FDP in den Räumen unter. Später eine Sozialstation, dann ein Architekt, eine Pension mit Kulturbetrieb...
Und Mitte der sechziger Jahre wurden hier einige Teile eines Agentenfilmes  mit Michael Caine als britischer Agent Harry Palmer gedreht. "Finale in Berlin", im Original "Funeral in Berlin". Der Film kam 1966 in die Kinos.


Caine kommt nachts mit dem Taxi an, es ist die Wohnung einer verführerischen jungen Dame. Er verlässt das Haus am nächsten Morgen. Die Dame erweist sich als israelische Agentin.


Der Eingang des Hauses ist heute kaum verändert.